Raumdenken

Öffne ich die Tür und betrete einen Raum, werden sofort innerhalb kürzester Zeit bestimmte Sinne in mir angesprochen. Eine bestimmte Atmosphäre bestimmt den Raum und umgibt mich, während ich versuche die Elemente, die den Raum charakterisieren zu definieren.

Zuerst nehme ich vielleicht den großen Luster war, der inmitten vom Raum über der schlichten Theke hängt. Dahinter ein Wandbild, eine Fototapete die mich mit ihren Details nicht mehr loslässt. So langsam nehme ich den angenehmen Duft war der wohl von den frischen Blumen in der großen Vase kommt und sich  im ganzen Raum verteilt. Gestresst von meinem letzten Termin betrete ich das Kaffeehaus, während es draußen schneit und erst mit der Zeit nehme ich die angenehme Temperatur war die mich umgibt.

Betreten wir einen Raum werden wir immer in irgendeiner Weise, bewusst oder unbewusst darauf reagieren. Unsere Sinne geben uns Impulse dafür wie wir uns fühlen, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen. Unser Gefühl gibt uns Auskunft über Proportionen, über das Licht, die Farben, Geräusche und Gerüche. Dabei reagieren wir unterschiedlich und individuell da jeder von uns die Eindrücke mit anderen vorherig erlebten Eindrücken vergleicht.

Demnach sprechen wir also von einem Raum in physischer Form, als Materie den wir über unsere Sinne erfahren können, aber auch verändern, bewusst manipulieren können.

All die Wahrnehmungen die wir in Räumen empfinden werden von Architekten, Innenarchitekten, Gestaltern und Handwerkern bewusst angesprochen. Durch Ihre Fähigkeiten und dem Wissen aus Theorie und Praxis entstehen so Räume die nicht nur Ihren Zweck erfüllen sondern auch eine Atomsphäre ausstrahlen, bzw. eine eigene Charakteristik aufweisen.

Alle Arten von Räumen bieten somit Gelegenheiten zu Aktualisierung, Renovierung oder neuer Definition durch das bewusste Eingreifen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, muss man zuerst die Wünsche der Kunden und die Erwartungen der Gesellschaft verstanden haben und parallel dazu das Gebäude in seinem Kontext verstehen um daraus ein passendes Konzept zu entwickeln.

Neben den Proportionen und der Größe werden Räume durch Ihre Materialien, deren Haptik, Farben und Licht definiert. Dies ermöglicht uns erst den Raum zu erfassen, mit ihm in Verbindung zu treten und bietet Gestaltern die Möglichkeit Räume bewusst zu manipulieren, welche Faszination, Interesse und Überraschungen auslösen können.

Das Arbeiten mit dem Raum verfolgt  das Ziel die Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen nachhaltig zu verbessern indem Gestalter Ihre Aufgabe im Verändern finden.  Unter dem Aspekt  menschlichen Bedürfnisse und Sehnsüchte nach Schutz und Geborgenheit, als auch eindrucksvolle Erlebnisse zu schaffen bleibt die Innenarchitektur, egal ob aus künstlerischer, technischer oder handwerklicher Sicht ein sehr komplexes Tätigkeitsfeld.